Paul stellt sich vor

Geographie
Mit einer Fläche von insgesamt 5426km2 und 8.383 Einwohnern ist Paul der kleinste von drei Bezirken auf der Insel Santo Antão. Vila das Pombas, die Hauptstadt von Paul, liegt an der Nordküste von Santo Antão zwischen Ponta da Tumba (17° 07’ nördlicher Breite, 25° 58’ westlicher Länge) und Ponta de Saudade (17° 10’ nördlicher Breite, 25° 01’ westlicher Länge). Die üppig bewachsene, bergige Gegend von Ribeira do Paúl gehört zweifellos zu den schönsten Orten von Kap Verde.

Geschichte
Die kapverdische Insel Santo Antão wurde am 17. Januar 1462 von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Ab 1548 begannen zunächst Portugiesen und Afrikaner die Insel zu besiedeln, später kamen auch Spanier, Engländer und Amerikaner. Bis zum Jahr 1780 lebten die Afrikaner als Sklaven auf der Insel, dann wurde die gesamte Bevölkerung der Insel per Dekret zu freien Menschen erklärt und die Sklaverei abgeschafft.

Heute gehört Santo Antão zu den 9 bewohnten kapverdischen Inseln. Durch die Mischung der verschiedenen Kulturen ist eine einzigartige Gesellschaft entstanden, die sich von der Gesellschaft benachbarter Inseln unterscheidet. Besonders fällt dies in der gesprochenen Sprache Kriolu auf, in der sich bis heute Elemente des archaischen Portugiesisch finden.
1867 wurde die Insel offiziell in die zwei Bezirke Ribeira Grande und Paul aufgeteilt. Vier Jahre später, am 1. März 1871 berief Gouverneur Geral von Província eine Regierungskommission, um die Verwaltung von Paúl zu organisieren. 1975 erklärte Kap Verde die Unabhängigkeit von Portugal, heute ist es eine demokratische Republik.

Pflanzenwelt
Die Pflanzenwelt von Paul ist sehr artenreich. Die meisten Arten sind ursprünglich einheimisch, andere wurden aus allen Teilen der Welt eingeführt. Es gibt einige hundertjährige Bäume von gewaltiger Größe, die geschützt sind und aktiv erhalten werden.

Ein früherer Verwalter von Paúl und Kapitän der Portugiesischen Kolonialarmee, Serafim Oliveira, führte eine nennenswerte Anzahl von Pflanzen ein, darunter das Zuckerrohr „Caneca“, aus dem u. a. Melasse und Schnaps gewonnen werden, sowie eine Mangobaumart und den „Jaqueira“, auch „Brotfruchtbaum“ genannt. Der Jaqueira wächst zu einer beeindruckenden Größe und trägt das ganze Jahr über Früchte.

Ausserdem findet man in Paúl den Drachenbaum, ein Symbol des Widerstandes gegen die Dürre. Drachenbäume sind stehen unter Naturschutz, da sie kurz vor dem Aussterben stehen. Man findet sie nur auf den Inseln von Makaronesien, vor allem auf den Kanarischen Inseln. In Kap Verde gibt es die meisten auf Santo Antão, Brava und São Nicolau.

Straßenbelag
In Paúl werden alle Wege und Straßen mit Kopfsteinpflaster belegt. Auch die schmalsten und steilsten Bergpfade werden sorgfältig gepflastert.