Regionale Produkte

Grogue, Mel und Ponche, und ihre Herstellung?
Die meisten regionalen Getränke, alkoholisch und nicht alkoholisch, werden aus Zuckerrohr gemacht, Grogue und Mel sind zwei populäre Beispiele:

Die Trapiche ist die traditionelle Zuckerrohrmühle, sie stammt ursprünglich aus Brasilien. Es gibt zwei verschiedene Bauweisen der Trapiche, eine mit 4 Beinen und 24 Einzelteilen und eine auf 2 Beinen und mit 11 Bauteilen. Beide mussten ursprünglich von Menschen angetrieben werden, was eine Aufgabe der Sklaven war. Später wurden sie auf den Betrieb durch Tiere umgerüstet und heute werden die meisten Mühlen von elektrischen Maschinen getrieben.

Grogue ist ein klarer Schnaps aus gegorenem Zuckerrohrsirup. Der aus dem Zuckerrohr gewonnene Sirup wird für 10 bis 12 Tage zur Gährung stehen gelassen und dann in den Destillierapparat gefüllt. Nach 30-40 Minuten beginnt sich das klare Destillat, das durch ein gekühltes Glasrohr geleitet wird am Boden der Flasche zu sammeln. Sobald es abgekühlt ist, ist es fertig und kann von seinen Liebhabern genossen werden.

Mel ist der gekochte Zuckerrohrsirup, ähnlich dem uns eher bekannten Zuckerrübensirup oder Honig. Frischer Zuckerrohrsaft wird über längere Zeit erhitzt und dabei gefiltert, bis er gerade die richtige Konsistenz hat.

Pontche ist ein Gemisch aus Grogue und Mel das gerne von Frauen getrunken wird, während die Männer reinen Grogue vorziehen. Andere Erfrischungsgetränke werden aus Grogue und verschiedenen regionalen Früchten wie z. B. Guave, Papaya, Banane oder Maracuya hergestellt.


Regionale Handarbeiten
In Paúl werden Sie eine Vielfalt an Handarbeiten von Jugendlichen sowie talentierten Künstlern und Handwerksleuten finden. Eine Spezialität in der Gegend sind die kleinen Bilder oder Reliefs, in denen Landschaft und kleine Szenen mit natürlichem Material dargestellt werden. Sie werden z. B. mit Sand und Kieseln, Baumrinde und getrockneten Pflanzen hergestellt. In vielen kleinen Galerien werden Sie auch dekorierte Flaschen sowie jede Art von Schmuck und Accessoirs finden, die mit den verschiedensten Pflanzensamen, Muscheln und Bambus verziert sind.

Musik
Die traditionelle Musik von Santo Antão ist geprägt vom ländlichen Leben der Bevölkerung. Viele Lieder handeln von alltäglichen Tätigkeiten in der Landwirtschaft, an der Trapiche oder der Distille. So ist ein bekanntes Lied z. B. dem „Guarda Parda“, dem Spatzenhüter, gewidmet, andere, die „Cantigas de Currais de Trapiche“, wurden geschrieben um die Tiere bei der Arbeit an der Trapiche anzutreiben.

In Paúl gibt es viele begabte Musiker, die meistens zu ihrem eigenen Vergnügen spielen. Eine der Bands aus Paul, Cordas do Sol ist mit ihren Aufnahmen weit über Kap Verde hinaus bekannt geworden. Ihre Lieder haben den Charakter traditioneller Kap Verdischer Musik und die wohl bekannteste ihrer drei bisher veröffentlichten CDs ist „Linga de Sentonton“.

Die traditionelle Küche
Grundlage vieler traditioneller Gerichte in Paul wie in ganz Kap Verde ist Mais. Aus Mais wird z. B. die berühmte Cachupa gemacht, ein Eintopf aus Maiskörnern, gemahlenem Mais, Bohnen und Fleisch oder Fisch. Grob gemahlener oder zerstoßener Mais wird auch als Couscous zubereitet, und in anderen beliebten Gerichten wie „fongo“ oder „funguinho“ benutzt.

Traditionelle Häuser
Die traditionellen Häuser von Santo Antão wurden aus Lehm und Stein gebaut, die Dächer wurden entweder mit dem Stroh des Zuckerrohrs gedeckt oder aus Blech und Lehm gebaut. Früher war der Boden im Inneren auch lediglich der ausgetretene Lehmboden. Üblicherweise hatte ein Haus zwei Räume und zwei Fenster, sowie eine Tür nach vorn und eine, die nach hinten auf den Hof und die „cuzinhola“, dem Kochplatz, führte. Leider sieht man diese traditionelle Art von Haus nur noch selten, da sie heutzutage nur noch in abgelegenen Gegenden gebaut werden.